21.07.2021 Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen

Wir möchten den Gedenktag 2021 nutzen, um an Menschen zu denken, die an den Folgen des Drogenkonsums, beeinflusst durch Schwarzmarktsubstanzen und Illegalität, verstorben sind und mit denen wir als Jugend- und Drogenberatungsstelle im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und der JVA Freiburg in Verbindung standen.
Der diesjährige Gedenktag steht unter dem Motto: „Drogentod vermeiden-Substitutionsbehandlung individualisieren“.

Dies hat auch im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hohe Aktualität. Seit langem ist bekannt, dass es im Hochschwarzwald keinen substituierenden Arzt bzw. keine substituierende Ärztin mehr gibt. Auch in anderen Regionen des Landkreises gibt es nicht ausreichend substituierende Ärzt*innen. Das bedeutet für substituierte Menschen, dass sie in einem Flächenlandkreis wie dem unseren lange Anfahrtswege zurücklegen müssen, um überwiegend in der Stadt Freiburg bei dortigen substituierenden Praxen behandelt zu werden. In Pandemiezeiten ist das eine zusätzliche Herausforderung, ein zusätzliches Risiko gerade für diejenigen, die täglich zur Einnahme unter Sicht zu ihrem Arzt bzw. ihrer Ärztin müssen.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Frau Ludwig, weist zurecht auf die Chance hin, die Substitutionstherapie als Weg zurück ins Leben zu nutzen.

„Mit der Substitutionstherapie steht in Deutschland eine Behandlung zur Verfügung, die vielen Opioidabhängigen eine gesundheitliche sowie soziale Stabilisierung ermöglicht. Von geschätzten 166.000 Opioidabhängigen in Deutschland befinden sich aktuell 81.300 in einer substitutionsgestützten Behandlung. Die Versorgungslage insbesondere in ländlichen Gegenden ist jedoch nach wie vor nicht zufriedenstellend. Hinzu kommt, dass immer mehr Substitutionsärztinnen und -ärzte in den Ruhestand gehen, sich aber gleichzeitig viel zu wenige neue Ärztinnen und Ärzte finden, die eine Substitutionsbehandlung in ihren Praxen anbieten wollen. Dem stehen steigende Patientenzahlen gegenüber. … Substitution kann Leben retten und dabei helfen wieder Stabilität ins Leben zu bekommen. Wir müssen dringend mehr Ärztinnen und Ärzte dafür gewinnen, diese Behandlung anzubieten!“ Daniela Ludwig, MdB www.drogenbeauftragte.de/substitution/

Als Jugend- und Drogenberatung setzen wir uns dafür ein, dass die Wege in Substitution verbessert werden und die Substitutionsbehandlung zukünftig mehr auf die individuellen Bedarfe der Einzelnen abgestimmt werden kann.

 

Wir setzen uns dafür ein, dass die Wege in Substitution verbessert werden und die Substitutionsbehandlung zukünftig mehr auf die individuellen Bedarfe der Einzelnen abgestimmt werden kann.